Ernährung bei Erkrankung

Ernährung bei chronisch-entzündlicher Darmerkrankung

TR Von der Throphia-Redaktion, evidenzbasiert nach Leitlinien und DGE · aktualisiert Juni 2026

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hängt die richtige Ernährung stark von der Phase ab – Schub oder Ruhe. Eine Einheitsdiät gibt es nicht, aber wichtige Leitplanken und ein Risiko, das man kennen muss: Mangelernährung.

Auf einen Blick

  • Schub und Ruhephase erfordern unterschiedliche Ernährung.
  • Mangelernährung und Nährstoffdefizite sind ein zentrales Risiko.
  • Keine pauschale Diät – individuell und begleitet, je nach Verträglichkeit.
  • In Ruhephasen möglichst vielfältig essen, nicht unnötig einschränken.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED). Sie verlaufen in Schüben. Ernährung ist ein wichtiger Begleiter der medikamentösen Therapie, aber kein Ersatz – und sie sieht in Schub und Ruhe verschieden aus.

Im Schub vs. in Ruhe

  • Akuter Schub: oft leichter verdauliche, ballaststoffärmere, milde Kost; bei schweren Verläufen ggf. spezielle Ernährung unter ärztlicher Leitung. Individuell schlecht verträgliche Lebensmittel meiden.
  • Ruhephase (Remission): möglichst normal und vielfältig essen, ein mediterranes Muster ist sinnvoll. Unnötige Dauerverbote schaden eher.

Mangel vermeiden

Durch Entzündung, Durchfälle, eingeschränkte Aufnahme oder Appetitverlust drohen Defizite – häufig betroffen sind Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Folsäure, Calcium und teils Eiweiß/Energie. Regelmäßige Kontrollen und gezielter Ausgleich sind wichtig. Bei Crohn kann je nach betroffenem Darmabschnitt die Aufnahme bestimmter Nährstoffe besonders gestört sein.

Was das praktisch heißt

Es gibt keine Diät, die CED heilt, und keine, die für alle passt. Hilfreich ist eine individuelle Begleitung durch eine Ernährungsfachkraft, ein Ernährungstagebuch zur Identifikation eigener Auslöser und der Fokus, in Ruhephasen vollwertig zu essen. Sehr strenge Eliminationsdiäten ohne Begleitung sind riskant.

Quellen: Leitlinien zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa; Empfehlungen zur Ernährungstherapie bei CED. Allgemeine Information, kein Ersatz für ärztliche und ernährungstherapeutische Begleitung.

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Kein Ersatz für ärztlichen Rat. Dieser Text ordnet den allgemeinen Evidenzstand ein und ersetzt keine Diagnose oder Therapie. Ernährungsumstellungen bei einer Erkrankung bitte mit der behandelnden Ärztin, dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft abstimmen – besonders bei Medikamenten.

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Häufige Fragen

Gibt es eine Diät gegen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?+

Eine Diät, die CED heilt oder für alle passt, gibt es nicht. Die richtige Ernährung hängt von der Phase und der individuellen Verträglichkeit ab: im Schub eher leichte, mildere Kost, in Ruhephasen möglichst vielfältig und vollwertig. Wichtig ist eine begleitete, individuelle Strategie statt pauschaler Verbote.

Warum ist Mangelernährung bei CED ein Thema?+

Entzündung, Durchfälle, eine gestörte Nährstoffaufnahme und Appetitverlust führen häufig zu Defiziten, etwa an Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Folsäure und Calcium, sowie zu Gewichts- und Muskelverlust. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen und ein gezielter Ausgleich wichtig, oft begleitet durch eine Ernährungsfachkraft.

Muss ich in der Ruhephase eine strenge Diät halten?+

Nein. In beschwerdefreien Phasen ist es besser, möglichst normal und vielfältig zu essen, etwa nach einem mediterranen Muster, statt unnötig viele Lebensmittel zu meiden. Strenge Dauerdiäten erhöhen das Risiko für Mangelernährung. Individuell schlecht verträgliche Lebensmittel kann man gezielt weglassen.

Allgemeine Information, kein Ersatz für individuelle Diagnose oder Beratung. Quellen und Einordnung nach anerkannten Leitlinien, DGE und EFSA.